Das Zwerchfell – Diaphragma abdominale

Einatmen 1 2 3 4 – Ausatmen 1 2 3 4 5 6

Bei jedem Atemzug mobilisieren wir unsere Wirbelsäule und die inneren Organe, pumpen Sauerstoff in die Muskulatur und regen den Abtransport von Schlacken an. Das gleiche geschieht auch beim Pferd. Eine Tiefe Atmung ist dafür essentiell und sie hat dabei einen direkten Einfluss auf die Herzfrequenz. Befindet sich der Körper in einem entspannten Zustand können wir die Atmung leicht willentlich beeinflussen. Bei Stress hingegen verringert sich die Kontrolle. Die Atmung wird flach, hektisch und unrhythmisch.

Anatomischer Aufbau und Kontakt zu anderen Strukturen

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist der wichtigste Atemmuskel und trennt kuppelförmig den Brustraum vom Bauchraum ab. Seinen Ursprung hat es an der unteren, inneren Thoraxapertur und dem Brustbein, zieht innen an den Rippen nach hinten oben und setzen mit seinen Zwerchfellpfeilern an der Lendenwirbelsäule an. Wobei man es sich eher so vorstellen muss das alles von unten, oben, hinten und Seite in die Mitte zieht und dort das Centrum tendineum bildet. Das ist der sehnige Anteil des Zwerchfells, der Zwerchfellspiegel. Nach vorne hat es eine Verbindung über das Brustfell mit Herz und Lunge und über die Bauchseite mit Leber, Magen und Milz sowie den Darm. Es Verbindet die Vorderhand mit der Hinterhand und hat über fasziale Strukturen Kontakt zu den weiteren Diaphragmen im Kopf (Diaphragma sellae)und Becken (Diaphragma Pelvis). Muskulär hat es eine Verbindung mit den Bauchmuskeln und der Hüftmuskulatur, u.a. mit dem M. psoas major, der zusammen mit dem M. psoas minor und M. iliacus von der Lendenwirbelsäule über das Becken zum Oberschenkel zieht und somit ein wichtiger Beuger der Hüfte und des Lumbosacralgelenks ist.

Das Zwerchfell hat 3 größere Durchtrittsöffnungen für die Aorta, (Hiatus aorticus) die große Hohlvene (Foramen venae cavae)und die Speißeröhre (Hiatus oesophageus) an der der Vagusnerv anliegt. Embryologisch entsteht der Lendenteil des Zwerchfells aus dem rückseitigen Gekröse der Speißeröhre und unterstüzt diese als „äußerer Schließmuskel“ am Übergang zum Magen. Somit kann eine Schlundverstopfung auch durch ein „verspanntes“ Zwerchfell ausgelöst werden.

Aufgabe des Zwerchfells

Bei der Einatmung (Inspiration) kontrahiert das Zwerchfell und wird nach unten Richtung Bauchraum gezogen, um in der Brusthöhle mehr Platz für die Ausdehnung der Lungenflügel zu schaffen. Es trennt Herz und Lunge von dem rest der Organe und Stabilisiert diese.

Versorgung des Zwerchfells

Die nervale Versorung geschieht durch den N. Phrenicus (Zwerchfellnerv) welcher aus dem 5 – 7 Haslwirbelsäulensegment entspringt und dem Atemzentrum welches vom verlängerten Mark (Medulla oblongata) und der Brücke (Pons) gesteuert wird. Damit unterliegt es größtenteils einer autonomen Steuerung und wird durch das vegetative Nervensystem beeinflusst.

Blockaden des Zwerchfells

können entstehen durch

  • Dauerhafter Stress (emotional oder umweltbedingt)
  • unerwarteter Schock
  • Unfälle (mechanisches Trauma)
  • Operationen

können das Zwerchfell in eine Dauerkontraktion, Verspannung, bringen. Dadurch vermindert sich die Atmung, die Lunge kann sich nicht mehr aussreichend ausdehen. Ist die Atmung gestört kommt es zu einem Defizit in der Sauerstoffversorgung im Blut und somit zur Unterversorgung aller Organe und Muskeln welches zu einem Leistungsabfall und Beeinträchtigung des gesamten Stoffwechsels führen kann. Ebenso wird Hinterhand weniger aktiv, die Thoraxappartur kann sich senken da der Rumpf nicht mehr so beweglich ist und die Bauchmuskulatur durch die weniger begwegliche Hinterhand nicht richtig arbeiten kann (Thema Trageerschöpfung) die gesamte Beweglichkeit des Pferdes wird eingeschränkt was sich auch auf die rittigkeit des Pferdes auswirkt. Das Pferd geht nicht locker, man hat das Gefühl es hält sich innerlich fest. Da das Zwerchfell in der Mitte des Körpers fast zu allen Organen und vielen Knochen Kontakt hat, kommt es daher auch zu Wechselbeziehungen untereinander. Dass heißt, Verdauungsprobleme, Kreislaufprobleme, Kastration usw. können sich auf das Zwerchfell auswirken und umgedreht. Ein Verspanntes Zwerchfell löst evtl.

  • Rückenbeschwerden
  • Beckenverwringungen
  • Blockierte Brustwirbel und blockierte Rippen
  • Magenprobleme und Schlundverstopfung
  • Brustenge und funktionelle Atemprobleme, Husten, COPD
  • Verdauungsprobleme
  • Funktionelle Herzprobleme, wie zum Beispiel Rhythmusstörungen oder Blutdruckprobleme
  • Verspannungen des Schultergürtels
  • Kopfschmerzen und Statikprobleme
  • Emotionale Unausgegelichenheit
  • usw.

Was kann man dagegen tun?

In erster Linie gilt es wieder die Ursache heraus zu finden. Wenn dein Pferd eines dieser oben genannten Anzeichen hat, kontaktiere immer unbedingt einen Tierarzt deines Vertrauens. Des weiteren ist dann eine osteopathische Behandlung sinnvoll. Hierbei wird neben der Zwerchfellspannung und der Zwerchfellbewegung auch nach allen umligenden Organen und Gelenken gesehen. Durch das abtasteten der Strukturen ist es möglich schnell Blockaden aufzudecken, die die Beweglichkeit des Zwerchfells beeinträchtigen können.

  • Selber kannst du beim reiten Lösungsphasen einbauen mit langen Zügeln in allen Gangarten.
  • Ausstreichung der Zwischenrippenmuskulatur mögen die Pferde immer sehr gerne, auch wenn keine Verspannung vorhanden ist.
  • Wichtig ist auch tägliches freies galoppieren. Dabei löst sich sehr viel Spannung im Körper und die Atem- und Bauchmuskulatur wird aktiv gelockert und trainiert.

Falls du deinem Pferd (oder auch Hund) eine entspannte Behandlung zum lösen der Diaphragmen gönnen möchtest, schreibe mir gerne eine Nachricht.

Alles gute und immer schön, am besten an der frischen Luft, Atmen 🙂

Deine Lea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.